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+++ P R O G R A M M H I N W E I S +++

Donnerstag, 11. Oktober 2012 - 20.15 Uhr - ZDF - "Blindes Vertrauen" ("Trust", USA 2010, FSK 12) - wenn der "Chatfreund" zur Gefahr wird...

- direkt im Anschluss : 21.50 Uhr - ZDF - Dokumentation zum Film-Thema : "Gefährliche Freundschaften - Internetfalle für Kinder"

 

+++ Bitte um Geduld bei Anfragen +++

Ich bitte um Verständnis, wenn wir Anfragen, Mitteilungen, Kritik u.v.m. nicht zeitnah beantworten können, da wir im Moment aufgrund der vielen Maileingänge leider komplett überlastet sind. Wir bemühen uns aber darum, jede Anfrage zu beantworten. Vielen Dank für Ihr/Euer Verständnis ! (Beate Krafft-Schöning)

 

 

+++ Informationen für Betroffene zur Opferentschädigung (klicken) +++

 

 

Warnung - "Habbohotel"

 

Viele Jahre haben wir das Habbohotel als kindgerechte Internetplattform empfohlen. Diese Empfehlung resultierte aus einem guten Kontakt zu den ursprünglichen Betreibern dieser Kinderseite, die sehr um einen Schutz von Kindern im Internet bemüht waren. Seit eines Betreiberwechsels vor einiger Zeit hat sich leider sehr viel gändert. Kinderschutz scheint für diese neue Betreibergesellschaft ein Fremdwort zu sein und die einst positiv zu bewertende Seite mutierte innerhalb kurzer Zeit zu einer Plattform, auf der sich vermehrt pädosexuell orientierte Menschen auf die Suche nach Kindern machen, bzw. entsprechende Kontakte suchen. Aus diesem Grund möchten wir ausdrücklich vor dem Besuch des Habbohotels warnen! (BKS 2012)

 

 

Generation Internet – denn sie wissen nicht, was sie tun…

 

Die Fachzeitschrift - für pädagogisches Personal im öffentlichen Raum - "Kinderzeit" gab jüngst einen Artikel zum Thema "Medienpädagogik" - natürlich honorarfrei - in Auftrag. Die Redaktion der "Kinderzeit" befand den eingesandten Artikel für zu "hart", bat um Abänderung und wünschte zudem Tipps für Erzieher aus dem Bereich Kindergarten, damit diese den Kindern einen guten Umgang mit dem Internet beibringen können. Da NetKids den Einsatz des Internets für Kinder im Kindergartenalter und auch Grundschulbereich ablehnt, konnte dem Wunsch der Redaktion nicht entsprochen werden. Lesen Sie deshalb hier :

 

Generation Internet – denn sie wissen nicht, was sie tun…

 

Tim*) wippt mit den Hüften. Gleichzeitig bewegt er lasziv seinen Oberkörper im Takt imaginärer Musik. „So, Mama, hat die Frau im Internet in der Schule gemacht. Und die war dabei ganz nackt“. Tim besucht die vierte Klasse einer deutschen Grundschule. Er hat dort auch Internetunterricht. „In der Pause hat der Paul dann mal den Laptop angemacht und bei Google „S-E-X“ eingegeben“, kichert er. Und dann…

Lena*) aus der Parallelklasse kennt sich auch schon mit dem Internet aus. „Ich habe einen Account bei Jappy“, erzählt sie fröhlich ihren Freundinnen. Das sei echt cool. „Ich hab‘ da Bilder von mir drinne und so. Da lernt man ganz viele Leute kennen, die einen da anmailen könn‘“, schwärmt sie weiter. Ihre Mutter sei ihr anfangs behilflich gewesen, den Account anzulegen, da sie sonst so viel hätte lesen müssen „was sie alles nicht verstehn tut“. Neulich, so berichtet sie, habe sie jemand angesprochen, der viel älter gewesen, aber sehr nett gewesen sei. Er habe sie gefragt, wo sie wohne. Sie wollten sich mal „auffn Eis“ oder so treffen, denn der wohne ganz der Nähe, habe der gesagt. „Jappy is doch uncool, ich bin bei Knuddels“, ätzt Julia*). Dort habe sie schon so viele Freunde, wie man bei Jappy gar nicht kriegen kann. Das ginge da viel schneller. Ihre Mailbox sei jeden Mittag schon voll, weil sie so viel Post von all‘ ihren Freunden bekäme. „Da hab‘ ich immer schon fast ne Stunde zu tun, dass ich den allen zurückschreiben kann…“. Dann sei sie noch bei Facebook, wo sie auch jeden Tag nachsehen müsste, was es so Neues gibt. „127 Freunde bei Face und die 57 bei Jappy macht 184 Freunde“, rechnet sie vor. Mailen,  chatten und dann noch Hausaufgaben. Das sei schon echt ganz schön stressig. „aber, wenn man halt so viele Freunde hat…“. Rebecca*) hat „das alles schon hinter sich“. Sie macht gerade ihren Realschulabschluss. Abgeklärt erzählt sie von ihrer Kindheit, wie sie die Zeit damals nennt: „Klar war ich im Netz. Jeden Tag. Ich habe viele Leute kennen gelernt – meist Jungs und auch viele ältere Männer. Ich wusste mit 12 bereits mehr als meine Mutter über Sex und so jemals wissen wird. Jeder, der da in den Chats abhängt, sucht so was. Ich bin da heute raus. Aber ich wäre wohl immer noch dabei, wenn ich Steve*) nicht getroffen hätte“. Steve aus Knuddels war zunächst nett. Er war 15 Jahre älter, was er Rebecca auch gesagt hatte. Zunächst chatten sie nur im Knuddels-Chat, dann schreiben sie über den „Messi“ (Messenger-Programm). Später wird auch telefoniert.

 

Eines Tages reist StevieMünchen einfach mal an, um Becky12w persönlich kennen zu lernen. Sie steigt in sein Auto. Sie macht sich keine Gedanken, als er vor einem Hotel hält. Sie geht mit ihm aufs Zimmer, wo StevieMünchen DVD’s mit ihr schauen will. Die Tür des Zimmers hat sich kaum hinter ihr geschlossen, als Stevie zudringlich wird. Sie solle sich nicht so haben, sagt er ihr, als sie sich wehrt. Während „er es tut“, rinnen Tränen ihr Gesicht herunter. Sie sagt keinen Mucks. Sie hält still. Er stöhnt laut, sie weint unhörbar. Als „er fertig ist“ sagt er zu ihr: “Das war wirklich schön Kleines. Für dich sicher auch. Ich hoffe wir können das nun öfter machen.“ Sie antwortet nicht. Sie will nur noch nach Hause. Schweigend sitzt sie wenig später neben ihm im Auto. Er fährt sie bis vor die Haustür.

 

Kaum zuhause angekommen, geht Rebecca in ihr Zimmer. Sie ruft ihre beste Freundin Marina an, die verspricht, sofort zu kommen. Die Zeit bis zur Ankunft der Freundin nutzt Rebecca für eine ausgiebige Dusche. Sie hat das Gefühl, den „Dreck abwaschen“ zu müssen. Als sie fertig ist, sitzt Marina auch schon im Zimmer. Rebecca erzählt. Sie weint – Marina tröstet. Doch was tun? „Ich kann es keinem erzählen. Wenn meine Eltern dahinter kommen, dass ich so eine Scheisse gemacht habe, dann krieg ich sicher riesen Ärger“, kommentiert Rebecca den Vorschlag Marinas, die Eltern zu involvieren. Polizei? Auch keine Alternative. „Wer wird mir schon glauben?“ Das Beste sei wohl zu schweigen, einigen sich die Freundinnen. Ein Jahr vergeht. Rebecca hat in den letzten Monaten über zehn Kilo zugenommen. Sie geht nicht mehr reiten. Marina ist zwar noch ihre „Beste“, aber sie sehen sich nur noch selten. Ein Jahr vergeht, bis der Druck so groß, dass Rebecca beschließt, „darüber“ zu reden.  Sie bricht ihr Schweigen und erzählt einer ihr unbekannten, erwachsenen Person, „dass der das damals gemacht hat“. Sie findet für „das“ keine anderen Worte –  ist immer noch sprachlos.

 

Sprachlos sind die meisten auch, wenn sie sich tatsächlich mal mit den Folgen des Internetkonsums kindlicher Nutzer auseinandersetzen. Wer meint, dass Kinder im Netz – oder mittels Internet – mehr lernen, als die Generationen zuvor, der hat tatsächlich Recht. Auch, wenn die wenigsten Kinder und Jugendlichen PC und Internet bewusst zum Lernen nutzen. Fragt man diese nach ihren Hauptaktivitäten im Netz, so liegt der Internet-Gebrauch zum Zweck „Hausaufgaben erledigen“ oder „Lernen“ abgeschlagen auf dem letzten Rang. Spielen, chatten, Musikdownloads sind die „Renner“. Viele Kinder und Jugendliche verbringen täglich viele Stunden im Netz. So mancher hat sein soziales Leben bereits weitestgehend zu Facebook & Co. verlagert.

 

Die Auswirkungen sind zum Teil gravierend und betreffen auf keinen Fall nur die hierfür immer gerne verdächtigten gesellschaftlichen Randgruppen. Das medientechnisch voll ausgerüstete Kind von heute schreibt SMS, redete mit anderen und schaut dabei noch TV. Wirklich kommunizieren, über Gefühle, Erlebtes oder Probleme - wirklich sprechen, sich ausdrücken – kann es häufig nicht mehr. Sich konzentriert nur mit einer Sache beschäftigen klappt selbst bei Gymnasiasten oft nicht länger als 30 Minuten am Stück. Die emotionalen und kommunikativen Fähigkeiten eines modernen Medienkids unterschreiten nicht selten die Möglichkeiten eines durchschnittlichen Familienhundes. Die mangelnde Bewegungs- und Koordinationsfähigkeiten vieler Kinder, die Kindheit und Jugend meist vor dem PC und Fernseher sitzend verbringen, nehmen stetig zu. So weit zu den allgemeinen, negativen Auswirkungen.

 

Kommen wir zu den nicht auf Anhieb und sich vielleicht erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbaren Schäden. Die über das Internet von Fremden an Kinder und Jugendliche herangetragenen „Interessensbereiche“ aus der Sex-Welt und dem weiten Feld der psychischen Störungen (Anneroxie-Seiten, Selbstmordforen, Waffenfreunde und Amokläufer, gewaltverherrlichende Spiele…) hinterlassen zudem ihre Spuren in der kindlichen Entwicklung. Es sind die Bilder, die sich einprägen. Ob nun von Leichen oder extremen Sexualpraktiken. Es sind die Gespräche mit den fremden Freunden aus dem Chat, die überfordern. „Willste mit mir fi****?“ oder „Wie groß sind deine Ti***?“ sind noch vergleichsweise harmlose Fragen. Schon drehen Kinder auf Anweisung Dritter aus dem Netz per Web-Cam kleine „…mach dich mal nackig-Filmchen…“ oder finden es cool, „geile Pics“ bei Facebook hochzuladen. Diese Kinder merken natürlich nicht, dass sie bereits Opfer sind. Ganz anders, als die Rebeccas. Und wann hat diese gemerkt hat, dass hier was nicht stimmt? Leider zu spät. Im Internet hat ist sie ihre eigenen Phantasie und Vorstellung zu Steve getäuscht. Sie ist –  sozusagen – auf die von ihr selbst auf „Steve“ projezierten Eigenschaften hereingefallen. Bis zum bitteren Ende. Kein Wunder, dass sie ihren Eltern nichts gesagt hat.

 

Das Schweigen der Kinder lässt sich übrigens nur selten mit einem gestörten Eltern – Kind – Verhältnis erklären. Die Kinder „halten ihre Klappe“ meist aus Schamgefühl, dem Bewusstsein gegen die von Eltern auferlegten Regeln verstoßen zu haben, weil der Chatfreund ihnen gedroht hat und weil sie sich für das, was „passiert“ ist, komplett alleine verantwortlich fühlen. Sie selbst haben sich von Anfang an für den Kontakt dem Chatpartner entschieden oder auf die Frage nach Bildern und Filmen eigenständig reagiert. Nicht mal die Eltern kennen diesen Menschen, haben keine Beziehung zu der Person. Die vorgenannten Gründe machen es Opfern sexueller Gewalt, verübt von unbekannten Dritten aus dem Internet, folglich unmöglich zu reden. Noch problematischer ist die Situation für Jungs. Zum einen verschärft deren Lage der Umstand, dass es bis heute viele Eltern gibt, die davon überzeugt sind, dass Opfer von Sexualdelikten ausschließlich Mädchen werden. Zum anderen tun Jungs sich aus vielen anderen Gründen noch viel schwerer als Mädchen, über die ihnen widerfahrene sexuelle Gewalt zu sprechen.

 

Und wer sind nun die, die Kinder und Jugendliche im Netz für ihre Zwecke benutzen bzw. – ganz allgemein -  fernab des Elternhauses sozusagen miterziehen und prägen? Mitschüler. Frauen und Männer aus allen Gesellschaftsschichten – der eine mit einem kleinen, der andere mit einem größeren Psychodefekt. Vielleicht Sektenanhänger oder Rechtsradikale oder die Internetgemeinschaft der Anneroxie-Kranken. Potentielle Selbstmörder, radikale Muslime, Kannibalen, männliche und weibliche Pädosexuelle oder einfach nur Menschen, die im Netz 501 Freunde listen, aber im richtigen Leben nicht mal Bekannte haben.

 

Ja, die „Generation Internet“ lernt bereits in jungen Jahren viel mehr, als jede Geranation vor ihr. Zu keiner Zeit waren Kinder so vielen unkontrollierten Einflüssen außerhalb des Elternhauses oder der Schule ausgesetzt. Nie wuchsen Kinder sich so selbst überlassen auf, was man heute – ganz modern – auch gerne auch als selbstbestimmt bezeichnet.
Freies Internet für freie Kinder? Ohne Internet keine Bildung? Neue Medien fördern die Kommunikation? Oder ist es nicht eher so, dass kaum einer wirklich was weiß, aber um Gottes Willen die Moderne nicht verpassen will – egal auf wessen Kosten. Eltern fordern Bildung für ihre Kinder und bekommen seit rund zehn Jahren erzählt, dass das Internet und der PC das Lernen revolutionieren. Technisch sind schon die Jüngsten fit, wenn es um das Bedienen von Maus und Tastatur geht – richtig. Aber trotz Medienrevolution sinkt das Bildungsniveau rasant. Parallel dazu steigen die Psychoerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen beängstigend an. Die Ausprägung der allgemeinen Sozialkompetenzen der „Generation Internet“ entsprechen dem Angebot und des allgemeinen Nutzerverhaltens im Netz. Schon heute besuchen Internetkids Therapien, um ihre „Internet-/PC-Sucht“ in den Griff zu bekommen… und das ist erst der Anfang.

 

Wenn der heute als modern geltende, oft recht großzügige und freie kindliche Zugriff auf das Internet – und damit ist auch der Internet-Hype in Kindergärten Schulen gemeint – zukünftig nicht massiv eingeschränkt wird, sollten wir jetzt schon einmal viel Geld auf die hohe Kante legen, um die Therapien zur Heilung der psychischen Schäden und Entwicklungsdefizite bezahlen können – und ich spreche hier lediglich von den dann gesellschaftlich relevanten Schäden. Insbesondere die Ressorts Gesundheit, Justiz und Soziales dürfen sich in den kommenden Jahrzehnten auf Ausgaben einstellen, mit denen heute noch niemand rechnet. Wundern wir uns nicht, wenn die „Generation Internet“ uns eines Tages mit bisher ungeahnten menschlichen Abgründen und Ausfällen konfrontiert. Wir haben es ja nicht anders gewollt. (BKS, November 2011) - *) Name geändert, Begebenheit hat so stattgefunden…

 

 

Til Schweiger - Markus Lanz, ZDF 03.02.2011

 

Natürlich muss man die Aussagen von Til Schweiger in der o.g. Sendung differenziert betrachten. Aber, generell hatte er nicht so unrecht, wie viele meinen könnten! Deutschland ist ein täterfreundliches Land! Wo sonst leistet man sich zum Beispiel ein Gesetz, welches die sexuelle Anmache von Kindern via Internet unter Strafe stellen soll - aber leider nur auf dem Papier. Seit sechs Jahren kann dieses Gesetz nicht angewandt werden und es kümmert niemanden. Im Gegenteil: Die Bundesjustizministerin verweist bis heute auf dieses Gesetz, dessen Wirkunslosigkeit ihr bekannt sein müsste und versucht auf diese Weise die Kritiker ruhig zu stellen. Das nenne ich Täterfreundlichkeit! Betrachtet man in der Rückschau die Kritik an Tatort Internet (RTL2) und liest sich hierzu noch einmal das allgemeine Presse-Echo durch fällt auf, dass sich nur wenige die Mühe machten, sich darüber zu erregen, dass erwachsene Männer "beinahe Schlange stehend" in Wohnungen erschienen, um einem Kind sexuelle Gewalt anzutun. Nein, das waren nicht die Aufreger... Vielmehr machte man sich daran, die vermeinmtlich zur Tat bereiten Erwachsenen zu betrachten und zu verteidigen... "Treibt Krafft-Schöning Heimleiter in den Tod?" oder "Sind die Persönlichkeitsrechte der Männer ausreichend geschützt?" oder "Hetzjagd im TV" wurde getitelt. Was wäre  echten Kinder passiert, wären sie auch nur einem diesere Männer begegnet. Was wäre mit echten Kindern passiert - vielleicht lebenslänglich - hätten diese Männer ihre Phantasien ausleben können - ohne Rücksicht auf Verluste. Das hat irgendwie keinen interessiert... Als auch sehr täterfreundlich darf der Umstand betrachtet werden, dass es bis heute keine umfassende Aufklärung und Präventionsarbeit zum Thema "Sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet" gibt. Staatlicherseits sieht man sich da bis heute nicht in der Verpflichtung und die Industrie erfreut sich weiterhin an der Selbstverpflichtung und kassiert - ohne Rücksicht auf Verluste wird billigend in Kauf genommen, dass ein paar "Unvorsichtige" auf der Strecke bleiben... (BKS, Februar 2011)

 

 

Facebook-Account "Beate Krafft-Schöning"

 

Es wurde ein Facebook-Account im Namen von "Beate Krafft-Schöning" eröffnet. Dieser Account wurde allerdings nicht von Beate Krafft-Schöning eingerichtet. Wir bitten zu beachten, dass es sich hierbei also um kein echtes Facebook-Profil von Beate Krafft-Schöning handelt, auch wenn hier ein Bild der Journalistin und passendes Textmaterial eingestellt worden ist. Alle möglicherweise von diesem Fake-Account aus gemachten Postings etc. wurden nicht von der Journalistin getätigt. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass Beate Krafft-Schöning in keiner Internet-Community unter ihrem Namen auftritt, posted oder anderweitig aktiv ist. (NetKids-Team, Dezember 2010)

 

 

Zum guten Schluss...

In den vergangenen Wochen kam es, bedingt durch die Serie “Tatort Internet” bedauerlicherweise zu einigen Irritationen und Verständnisproblemen, die wir aufgrund vieler Nachfragen hiermit erläutern und/oder klären möchten :

1.) Uns war „Innocence in Danger“ als Verein gegen sexuellen Missbrauch  weitläufig bekannt. Nach eigener Aussage engagierte sich der Verein bisher vor allen Dingen politisch und versuchte sich zu etablieren, indem man damit begann, eine Sorgen-Hotline zu unterhalten oder im Bereich Gewaltprävention Fuß zu fassen. Im Zusammenhang mit der aktiven Präventionsarbeit zum Themenkomplex “Sexuelle Gewalt gegen Kinder” oder „Sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet” war uns und auch Anderen hier bereits seit Jahren aktiven Vereinen oder Initiativen, „Innocence in Danger“ bis zum Serienstart kein Begriff. Wir finden es sehr bedauerlich, dass der Eindruck entstanden sein muss, dass „Innocence in Danger“ der erste Verein deutschland- und europaweit sein könnte, der nun Prävention im Bereich “Sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet” propagiert und zukünftig durchführen wird. Neben uns gibt es viele Vereine, die bereits seit Jahren zum Thema arbeiten (Wildwasser Oldenburg, Wildwasser Esslingen, Zartbitter Köln, Dunkelziffer Hamburg u.v.m.), beraten, weiterbilden und in Schulen mit Kindern Präventionsarbeit leisten !

2.) Es hat zwischen NetKids und Innocence in Danger zu keiner Zeit eine Zusammenarbeit gegeben und es ist auch keine Zusammenarbeit geplant oder geplant gewesen. NetKids wurde auch nicht auf Innocene in Danger “verschmolzen”, wie Manche mutmaßten. Entgegen des allgemein entstandenen Eindrucks weisen wir auch darauf hin, dass es zudem keinerlei Verbindung zwischen Frau Stephanie zu Guttenberg und Beate Krafft-Schöning gibt. Man ist sich nie begegnet.

3.) Aus vorgenannten Gründen distanziert sich NetKids von Aussagen, die Innocence in Danger im Zusammenhang mit “Tatort Internet” zum Themenkomplex veröffentlichte:

  • NetKids rechnet das Internet bzw. den PC oder den Chatkontakt eines Kindes zu einem fremden Internetpartner nicht zum nahen Umfeld eines Kindes. Folglich können unserer Meinung nach Sexualstraftaten in diesem Bereich auch nicht dem nahen Umfeld zugeschrieben werden. Die Voraussetzungen für die Definition “nahes Umfeld” treffen hier definitiv nicht zu.

  • Opfer einer Sexualstraftat, die im Internet angebahnt wurde, sind für uns nicht gleichzusetzen mit Opfern einer Sexualstraftat, die “aus dem nahen Umfeld” heraus geschieht. Wir sind hier aus verschiedenen Gründen für eine klare Differenzierung.

  • Im Gegensatz zu Innocence in Danger halten wir die mutmaßlichen Täter, die sich Kindern im Internet nähern, nicht für generell geschickte Manipulateure, die über besonders gute Menschenkenntnisse verfügen und denen Kinder deshalb zum Opfer fallen. Ein Großteil der mutmaßlichen Internet-Täter wirft ein “Schleppnetz” aus und schaut, was „geht“. Das Problem ist die Naivität, die Gutgläubigkeit und die mangelnde Lebenserfahrung sowie eventuell aktuelle Lebenssituationen des jeweiligen Opfer-Kindes, die es dem mutmaßlichen Internet-Täter besonders im Internet erleichtern, ein passendes Opfer-Kind zu finden. Aus diesem Grund fordern wir u.a. auch die flächendeckende Ausbildung von Fachkräften (und/oder Zusatzausbildungen für Lehrer), die dann Präventionseinheiten für Eltern und Kinder (!) in den Schulen durchführen, bevor die Kinder dort zum ersten Mal ins Internet gehen. Diese Forderung haben wir bereits seit zehn Jahren - leider ohne Erfolg…

4.) NetKids-Gründerin und Journalistin Beate Krafft-Schöning hat für die RTL2-Serie “Tatort Internet” lediglich einen Teil der journalistischen Recherche (mutmaßlicher Täter) und die Konfrontationen vor Ort durchgeführt. Sie war weder in die Produktion, noch in die Redaktion in irgendeiner Form eingebunden. Viele haben sich gewundert, dass NetKids in zehn Folgen so gut wie nie erwähnt wurde und auf die bisher von Beate Krafft-Schöning geleistete Auflärungs- und Präventionsarbeit nur am Rande hingewiesen wurde. Darum ging es nie. Es war für Krafft-Schöning nicht das Ziel, sich oder NetKids im Zusammenhang mit der Serie in den Vordergrund zu spielen oder sich zu profilieren, sondern es ging ihr - wie in den vergangenen elf Jahren auch - lediglich darum, die Mißtstände zu verdeutlichen, Eltern wachzurütteln und Verantwortlichen klar zu machen, dass hier zum Schutz aller kindlichen Internet-User dringender Handlungsbedarf besteht ! Beate Krafft-Schöning wird ihre Recherchen und Präventionsarbeit auch nach “Tatort Internet” in gleicher Form und unabhängig fortführen. Wir bedauern sehr, dass es in den vergangenen Wochen zu Irritationen gekommen ist und hoffen auf diese Weise, alle hierzu bisher offenen Fragen und Kritiken ausreichend und abschließend beantwortet zu haben.

5.) Danke für die vielen Spendenangebote ! Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viele Angebote für eine finanzielle Unterstützung unserer Arbeit erhalten. Wir bedanken uns dafür ganz herzlich, aber NetKids ist bewusst eine Initiative und kein gemeinnütziger Verein. Deshalb können wir auch keine Spenden annehmen. Wir möchten aber alle Spendenwilligen bitten, sich in ihrer Region zu informieren, welcher Verein gegen sexuelle Gewalt Sie beraten, ihrem Kind helfen würde, wenn “es” auch in ihrer Familie passiert ist. Unterstützen Sie den Verein gegen sexuelle Gewalt in ihrer Region, damit auch weiterhin Opfern sexueller Gewalt möglichst flächendeckend und ortsnah geholfen werden kann - mit Ihrer Spende, die Sie eigentlich uns zugedacht hatten ! Wir würden uns darüber sehr freuen !

(NetKids-Team, 22.11.2010, zur letzten Folge der RTL2-Serie “Tatort Internet”)

 

 

RTL2 "Tatort Internet" - über den eigentlichen Skandal...

Interessant, dass bis heute, die einmalig auftretende Moderatorin Stephanie zu Guttenberg, die "skandalöse Aufmachung und die schnellen Schnitte", der „Pixelhorror“ und die mögliche Verletzung von Persönlichkeitsrechten der in Erscheinung tretenden Männer (die ein Kind mutmaßlich sexueller Gewalt aussetzen wollten) die einzigen Schwerpunktthemen zu sein scheinen, die die Medienlandschaft bis heute „skandalisieren“. Das kann man alles mal machen, aber wann kommt man zum eigentlichen Skandal dieser Sendereihe ? Männer, die sich im Internet ungeniert und meist in Serie Kindern nähern, um an und mit ihnen ihre sexuellen Fantasien auszuleben - und nicht nur das : Die bei „Tatort Internet“ gezeigten Männer waren alle bereit, sogar das Risiko einzugehen, in den privaten Wohnbereich eines Kindes einzudringen - oftmals wohl wissend, dass das ein hohes Risiko für sie darstellt und dass sie etwas tun, von dem sie zumindest wussten, dass es verboten ist. In der Sendung nicht erwähnt werden die unzähligen Menschen, die sich zudem meldeten, um sich zum Großteil in übelster Form verbal sexuell einem Kind gegenüber zu äußern. Zusammengerechnet kann man sagen, dass es in der kurzen Recherchezeit von viereinhalb Monaten zu rund 400 sexualisierten Gesprächen kam, wobei nicht "rund um die Uhr" gechattet wurde, sondern nur täglich einige Stunden ! Wie viele Männer trifft eigentlich ein echtes Kind, dass sich lediglich in einen Chatraum "setzt", weil es vielleicht neue Freunde kennenlernen will - täglich einige Stunden ? Ist der eigentliche Skandal nicht der Umstand, dass überhaupt Männer gesendet werden konnten, die meinten, sie können "mal eben" ein Kind mitnehmen – nur so zur eigenen Befriedigung ? Wie  groß ist die Chance eines echten Kindes, auf einen dieser Männer zu treffen, weil es das einfach nur spannend findet oder diesen "Typen aus dem Netz echt nett findet", ohne das Risiko zu bedenken, weil es eben ein Kind ist - auch mit 13 oder 16 Jahren !? Hier verstummen die Skandalrufe interessanterweise. Ist die Realität, die sich täglich mitten unter uns abspielt, zu unschön, zu unglaublich, zu problematisch, um eben diese zu skandalisieren ? Wo sind die Skandalrufe in die Richtung der Justizministerin, die sich eiskalt auf ein Gesetz beruft, welches zwar 2004 in Kraft trat, bis dato aber überhaupt nicht umsetzbar ist und deshalb auch nur zu einem einzigen wagemutigen Urteil führte ? Wo sind die Skandalrufe der Gerichtsbarkeit, die seit sechs Jahren nicht verurteilen kann, aber nichts dazu sagt ? Wo sind die Skandalrufe in die Richtung der Kultusministerien, die schon seit Jahren um die Problematik wissen, aber "aus Geldnot" und anderen Gründen Prävention in diesem Bereich negieren. Wo sind die Skandalrufe in die Richtung der Internetwirtschaft, die bis heute konsequent Kasse macht, aber zum Schutz ihrer Klientel wenig bereit hält, dass wirklich wirkungsvoll wäre. Wo sind die Skandalrufe in die Richtung der "Medienaufsicht", die das alles seit Jahren zulässt, mit den Schultern zu zucken scheint, ohne tatsächlich einzuschreiten. Jugendmedienschutz muss ein wenig mehr sein, als eine CD mit Tipps und Software für die Eltern und gelegentlich mal eine Aktion und Hinweise, die sich sowieso Niemand wirklich durchliest, oder ? Wo sind die Skandalrufe in die Richtung Derer, die bis heute behaupten, dass das Sperren und Löschen von Kinderpornografie eine wirkungsvolle Maßnahme im Kampf gegen die ungeheuerlichen Massen Kinderpornografie im Netz darstellt ? Ist der eigentliche Skandal um "Tatort Internet" nicht der Skandal, den man um die Äußerlichkeiten gemacht hat, anstatt einmal tatsächlich auf den Punkt zu kommen ? Also eigentlich der Skandal, den man bisher nicht gemacht hat ? Schade, denn so wird es genauso weitergehen, wie immer. Vielleicht mit einer kleinen Ausnahme : Einige wenige Eltern und Schulen werden nach "Tatort Internet" vielleicht nachhaltiger hinschauen. Unsere Gesellschaft – so scheint es, insbesondere die vielen „Verantwortlichen“ werden sich wieder ganz ruhig zurücklegen und in einen ruhigen Dämmerschlaf verfallen, der für die Opfer leider fatale Folgen haben wird. Zunächst nur für Diese. Was diese im Netz täglich stattfindende "Massen-Sex-Gewalt" gegen Kinder langfristig für unsere Gesellschaft an Auswirkungen erwarten lässt, bleibt heute noch weitestgehend unbeantwortet und kann nur erahnt werden. Schauen wir doch mal, gelle ? (BKS, November 2010)

 

 

Cyber-Grooming

 

Es ist richtig, dass die Anbahnung sexueller Kontakte zu Kindern über das Internet verboten ist. (§176, Absatz 4, Nr.3, StGb - Cyber-Grooming-Paragraph) Dennoch ist mir kein Fall bekannt, bei dem der "Cyber-Grooming-Paragraph" zur Verurteilung eines mutmaßlichen Täters geführt hätte. Eingeschränkt muss hier angefügt werden, dass es in 2010 einen mutigen Richter in Ulm gab, der ein erstinstanzliches Urteil nach §176, Absatz4, Nr. 3 fällte. Ob das Urteil letztlich in der Form "stehen" bleiben wird, muss jedoch abgewartet werden. Woran liegt das ? Beispiel : Ein Erwachsener chattet im Internet mit einem Kind unter 14 Jahren. Er wird sexuell konkret und äußert dezidiert seine Wünsche. Zudem gibt er an, dass er es echt "cool" findet, dass sein Chat-Gegenüber erst 13 Jahre alt ist. Es wird ein Treffen vereinbart. Er erscheint. Er wird an dieser Stelle daran gehindert, das im Internet angekündigte sexuelle Handeln umzusetzen, weil ein Erwachsener einschreitet. Es erfolgt eine Anzeige. Der Internetfreund argumentiert nun, er habe sich dem Kind nie sexuell nähern wollen. Er gibt an, dass er niemals sexuell geworden wäre, wenn er gewusst hätte, dass sein Gegenüber noch unter 18 Jahren alt ist. Er habe eigentlich gedacht, dass es sich bei seinem Chat-Gegenüber um eine ältere Person handeln müsse, denn "so schreibt ja gar kein Kind. Letztlich weiß man ja nie, ob die Angaben, die jemand im Netz so macht, auch der Wahrheit entsprechen. Wissen Sie, im Netz sind alle Vögel bunt. Dicke sind Dünne, Junge sind alt und umgekehrt, Männer sind Frauen. Und was man so im Netz sagt..." Natürlich hatte das Kind ihm gesagt, dass es 13 Jahre alt ist. Es gehe in die siebte Klasse und als Hobby gab es "Reiten" an. Es plauderte von seinen kindlichen Musikvorstellungen und von den Freundinnen aus der Schule. Zudem gab es an, keine sexuellen Erfahrungen zu haben. Problem : Kein Gericht wird den erwachsenen Chatpartner wegen Cyber-Grooming verurteilen können, obwohl alle Kriterien erfüllt zu sein scheinen. Niemand wird ihm beweisen können, dass er sicher sein konnte, mit einem kindlichen Gegenüber zu chatten. Der erwachsene Chatpartner chattet im Internet mit einem Pseudonym, ebenso wie das kindliche Gegenüber. Keiner hat die Möglichkeit, die tatsächliche Identität des Anderen zu verifizieren. Beide Seiten sind darauf angewiesen, auf das, was der andere über sich selbst sagt,  zu vertrauen. Vertrauen heißt aber nicht Wissen. Aber nur das Wissen um die tatsächliche Identität (Alter) des Anderen könnte zur Verurteilung führen. Das ist aber so gut wie nie nachweisbar. Macht der erwachsene Chat-Partner unseres Beispielfalles geltend, dass er subjektiv den Eindruck hatte, sein Gegenüber sei bereits über 18 Jahre alt, kann diesem Eindruck kaum widersprochen werden, denn er hat mit seinem Gegenüber bis zum Treffen ausschließlich über das Internet kommuniziert und ihm ist deshalb nicht nachzuweisen, dass er es "besser hätte wissen können". Auch dann nicht, wenn das kindliche Gegenüber Angaben macht, die auf ein tatsächlich kindliches Gegenüber schließen lassen (könnten) ! Das Problem stellt die Internet-Kommunikation dar ! Ebenso verhält es sich, wenn in oben genanntem Beispiel sogar zusätzlich eindeutig pornografisches Bildmaterial versandt worden wäre. Hier würde zwar der Versand des Materials geahndet, aber nicht nach dem Cyber-Grooming-Paragraphen ! Aus oben genannten Gründen stellt sich die Situation seit 2004 so dar, dass es zwar einen §176, Absatz4, Nr. 3 im StGb gibt, dieser aber wirkungslos bleiben muss, weil die Beweisführung nicht möglich ist. Nun könnte man auf die verwegene Idee kommen, die Beweislast einfach umzukehren. Das würde alle Probleme lösen. Im Zivilrecht hat man das seinerzeit beispielsweise im Zusammenhang mit dem Fishing von Bankdaten gemacht. Im Strafrecht gestaltet sich das leider nicht so einfach, denn eine Umkehrung der Beweislast ist verfassungsrechtlich aus gutem Grund ausgeschlossen. Somit steht die Gerichtsbarkeit vor einem Dilemma, dass sich im Prinzip ausschließlich durch die einzigartige Form der Kommunikation zweier Menschen über das Medium Internet ergibt. Wie hier Rechtssicherheit geschaffen werden kann, um zukünftig tatsächlich Anbahnungen vorgenannter Art bestrafen zu können, ist fraglich. Jedoch ein Gesetz zu schaffen, welches wirkungslos ist und sich darauf zu berufen, ist fragwürdig. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass täglich viele tausend Kinder Cyber-Grooming-Attacken in Deutschland ausgesetzt sind ! (BKS, November 2010)

 

Caritas Würzburg

 

RTL 2 zu verurteilen, man habe im Fall des Heimleiters zu spät gehandelt, ist ein Vorwurf, dem man sich stellen muss. Das ist ja nun auch geschehen. Aber wie steht es mit der Verantwortung der Caritas, die gerade dieser Tage so nach Verantwortung ruft ? In 2004 habe ich auf selbe Weise einen Herren (LeTobi/AOL/RTL - Explosiv) im Internet kennenlernen müssen, der ebenso wie "Xerxes" bei der Caritas tätig war. Gemäß der damaligen Aussage der Anwälte der Caritas damals soll dieser Herr im Raum Kassel für die Kinderheime zuständig gewesen sein.  Dieser Herr kam aus Kassel nach Bremen angereist und wollte das gesamte Wochenende mit einem 13 Jahre alten Kind verbringen, welches er abholen wollte. Auch damals kündigte die Caritas den Mitarbeiter. Seit dem scheint nicht viel passiert zu sein. Wieso kontrolliert die Caritas vor der Einstellung ihres Personals nicht besser, ob die sich Bewerbenden wirklich für die Arbeit mit Kindern eignen? Das nur mal zum Thema Verantwortung!  (BKS, Oktober 2010)

 

 

+++ 21.10.20010 +++ Stellungnahme II zur Kritik an der Recherche/Mitarbeit von Beate Krafft-Schöning im Zusammenhang mit "Tatort Internet", RTL 2 +++

 

Ich verwahre mich gegen den immer wieder erhobenen Vorwurf, Männer seien in die Falle gelockt worden. Es wird gemutmaßt, dass von mir in der Weise gechattet wurde, dass der Tatbestand der Anstiftung zu einer Straftat gegeben sein könnte. Das ist unrichtig ! Ich spreche nie Jemanden im Internet an, sondern "setze" mich lediglich in Chaträume und warte auf Ansprache. Zudem folge ich grundsätzlich den "Wünschen" des Gegenübers und mache meinerseits keine Anstalten der Verführung, lade Niemanden zu Treffen ein oder Ähnliches. Ich bin wahrscheinlich harmloser, als die meisten Jugendlichen, die im Internet chatten ! Zudem mache ich immer wieder auf mein Alter aufmerksam, um dem Gegenüber den "Ausstieg" zu ermöglichen. Die "Ansagen" kommen in meinen Chats mit Fremden im Netz immer vom Gegenüber ! Ich chatte auf diese Weise seit zehn Jahren. Ermittlungen wegen der Anstiftung zu einer Straftat musste ich, weil ich auf diese Weise chatte, nie fürchten. Zum Zweiten wird immer wieder behauptet, ich würde "Situationen herbeiführen, die ja so nie stattfinden würden". Auch das ist unwahr und spricht für eine schlechte Recherche. Täglich werden Kinder auf diese Weise angesprochen, wie meine Tatort-Internet-Team-Kollegen und ich das bei der Recherche für diese Serie erlebt haben. Die Opfergeschichten der Serie sprechen wohl auch dafür, dass es viele Opfer gibt. Die Kritiker mögen sich doch einfach mal in eine Schule begeben und dort Kinder und Jugendliche befragen. Und dann reden wir noch einmal ! (BKS, Oktober 2010)

 

 

+++ 15.10.20010 +++ Stellungnahme I zur Kritik an der Recherche/Mitarbeit von Beate Krafft-Schöning im Zusammenhang mit "Tatort Internet", RTL 2 +++

 

Es mutet schon fast komisch an, dass gerade die am lautesten gegen die Sendung „Tatort Internet“ medial wettern und jeden Schnipsel Information, den man gegen diese Sendung schreiben kann, schnellstens über das Netz senden, die selbst vor ein paar Jahren in eben gleicher Weise mit Beate Krafft-Schöning zu dieser Thematik recherchierten und sendeten ! Gemeint ist Spiegel TV, 2004 (inklusive Berichterstattung Spiegel online). Wochenlang hat Krafft-Schöning, die damals noch Schöning hieß, für Spiegel TV recherchiert und mit einer Redakteurin gemeinsam an unterschiedlichen Orten in Deutschland Täter getroffen. Der Beitrag wurde am 23.05.2004 gesendet. Die Redakteurin bekam hierfür den Axel Springer Preis für junge Journalisten. (Suche bei Google: Beate Schöning 2004) Im Gegensatz zu „Tatort Internet“ hat man damals längst nicht so komplett verfremdet und sogar das Wohnhaus und den familiären Hintergrund des Mannes veröffentlicht. Es ist sehr schade, dass es bisher so wenig um das Thema, welches täglich viele tausend Kinder in unserem Land betrifft, ging. Stattdessen scheinen sich Viele zu beschweren, was interessanterweise nicht den Reaktionen entspricht, die wir als NetKids bisher bekommen haben ! Im Vergleich zu Reaktionen nach anderen Sendungen mit gleichem Inhalt (Stern TV, Spiegel TV, RTL Explosiv oder Welt der Wunder – alle inklusive Konfrontationen !) sind die negativen Reaktionen völlig unterrepräsentiert. Zu 90 % bekommt Krafft-Schöning für ihre Vorgehensweise Zuspruch, Dank, Hilfsangebote und Zustimmung – und das sogar von bekennenden Pädophilen, die die Vorgehensweise pädokrimineller Täter allgemein ablehnen. Das ist neu. Früher gab es ebenfalls viel Zuspruch von Eltern, Jugendlichen etc.. Aber die „Pädophilen“ bedrohten, initiierten Rufmord-Kampagnen, riefen Medienwächter an und nach dem Staatsanwalt, um gegen Krafft-Schöning vorzugehen. Krafft-Schöning initiiert Konfrontationen dieser Art seit 2003. Seit zehn Jahren arbeitet sie zu diesem Thema, vor allen Dingen präventiv. Öffentlichkeit für diesen Themenbereich zu bekommen, ist sehr schwer, dennoch absolut notwendig. Wir haben lange überlegt, ob man dieses Form der Öffentlichkeit schaffen darf und sind zu dem Schluss gekommen, dass es nicht anders möglich ist, aufzurütteln, zu verdeutlichen, zu warnen und damit letztlich zu schützen ! Es wäre notwendig, endlich mal zur Sache zu kommen ! Reden wir über die Opfer, die täglich durch Menschen, wie man sie bei „Tatort Internet“ antrifft, oft lebenslang geschädigt werden. Reden wir über Menschen, die bereit sind, für ihre fünf Minuten Spaß - das Leben eines Kindes zu opfern – eiskalt, völlig empathiefrei. Männer und Frauen „bedienen“ sich aus dem Internet, setzen Kinder ihren sexuellen Fantasien aus, bis hin zu solchen Situationen, wie sie nun gezeigt werden. Tun wir endlich etwas gegen die täglich tausendfach an Kindern verübten sexuellen Gewalt – via Internet. (NetKids-Team, Oktober 2010)

 

 

+++ Broschüren zum Download +++

 

Tatort Chatraum / PDF-Broschüre zum Download

Surftipps für Kinder / PDF-Broschüre zum Download

 

 

"Menschenversuche"

 

Etwa 90 Schwerverbrecher werden nun bundesweit freigelassen. Keiner von ihnen wäre jemals wieder aus der Haft entlassen worden, hätte der Europäische Gerichtshof die nachträgliche Sicherheitsverwahrung nicht zu „nationalem“ Unrecht erklärt. Nun wird eilig dafür gesorgt, dass diese Schwerverbrecher ihre rechtmäßige Freiheit wieder erlangen.

 

Schnell zusammengeschusterte Entlassungspläne und Trainingsprogramme sollen es den nunmehr unrechtmäßig in Haft befindlichen Verbrechern erleichtern, in Freiheit klarzukommen. Die Polizei soll diese Menschen zudem „bewachen“, damit sie kein weiteres Unrecht begehen können. Alles klar? Zivilisatorisch betrachtet, eine Meisterleistung. Eine Gesellschaft wird per Gerichtsbeschluss einer Staatengemeinschaft (Europäischer Gerichtshof) dazu gezwungen, gültiges nationales Recht (Einführung der nachträglichen Sicherheitsverwahrung) für ungültig zu erklären und damit 90 Mitglieder ihrer Gesellschaft wieder in Freiheit aufzunehmen, die bis dato per Gerichtsbeschluss aufgrund der Schwere ihrer Taten mittels Haft von dieser weitestgehend ausgeschlossen wurden. Die Gesellschaft ist nun gezwungen, 90 Menschen wieder einzugliedern, die  aufgrund ihrer Persönlichkeitsstrukturen und daraus resultierenden Taten (u.a. Mord, Vergewaltigung, Sexualdelikte gegen Kinder) gegen andere Mitglieder dieser Gesellschaft, meist mehrfach bewiesen haben, nicht an dieser Teil haben zu können.

 

Sicher wird diese gerichtliche Entscheidung Folgen für alle Beteiligten haben. Ich habe mich vor zehn Jahren allerdings dafür entschieden, den Opferschutz vor die Täterchancen zu stellen, auch wenn ich nicht unerwähnt lassen kann, dass diese Situation auch für die nun zu entlassenden Schwerverbrecher viele negative Aspekte mit sich bringen werden, die man nicht völlig unbeachtet lassen kann. Ich frage mich allerdings, wieso sich eine nationale Regierung (Bundesregierung), angesichts der Probleme, die die Umsetzung des europäischen Gerichtsurteils mit sich bringen wird, so unter Druck setzten lässt.

 

Wo bleibt die von den Bürgern so oft geforderte Zivilcourage, die zur Gefahrenabwendung für diese Gesellschaft in meinen Augen hier absolut legitim und vorrangig wäre? Letztlich geht es um den Schutz aller.

 

Die verurteilten Schwerverbrecher sollte man davor schützen, wieder Täter zu werden, denn sie haben ja in der Vergangenheit ausreichend bewiesen, dass sie das von sich aus nicht so hin bekommen. Sicher werden Gerichte diese Strafgefangenen nur mit Auflagen entlassen, um diese bei eventuell geringfügigen Vergehen schnell wieder in Haft nehmen zu können. Kann das beruhigen? Oder muss man nicht befürchten – ohne Panik machen zu wollen – dass es Opfer geben wird? Wie viele Opfer ist diese Gesellschaft bereit zu Verfügung zu stellen, bis ein Teil dieser Straftäter wieder langfristig in Haft landet? Wer haftet eigentlich für diesen Menschenversuch? Wer wird verantwortlich sein, wenn auch nur einer dieser Entlassenen rückfällig wird? Ich finde es völlig legitim, dass die Polizeigewerkschaft ein öffentliches Register im Internet fordert, über das sich jeder Bürger informieren kann, ob sein neu zugezogener Nachbar vielleicht einer dieser 90 „Ex-Strafgefangenen“ ist. Die Polizeigewerkschaft tut sehr gut daran, eine solche Forderung zu stellen. Selbstschutz ist nämlich in vielen Bundesländern angesagt, weil die Polizeikräfte in den vergangenen Jahren teilweise dermaßen dezimiert wurden, dass ich mich frage, woher die Mannzahlen für den „Täterpersonenschutz“ kommen sollen, von den Kosten einmal abgesehen. (90 mal zwei Mann mal drei Schichten = 24 Stunden Bewachung)

 

Ich höre schon die Gutmenschen, die nun nach Chancengleichheit rufen und mich der Diskriminierung bezichtigen. Wollen wir nicht vergessen, wen wir da in den Schoß der Gesellschaft zurücknehmen müssen, oder? Schon befürchten manche, dass Bürger den einen oder anderen dieser 90 „Ex-Strafgefangenen“ lynchen könnten, falls der Aufenthaltsort bekannt wird. Vielleicht sollte man diesen Befürchtungen mit dem Angebot an die 90 Strafgefangenen entgegentreten, freiwillig dort zu verbleiben, wo sie jetzt noch sind. Auch vor dem Hintergrund, dass die meisten dieser 90 Personen, aufgrund der gebotenen Eile keine Wiedereingliederungsmaßahmen in Anspruch nehmen können und mancher Fachmann schon jetzt befürchtet, dass ein Großteil der Strafgefangenen „draußen“ nicht klarkommen kann. Das wäre das doch vielleicht eine gute Lösung - zumindest schon einmal für einen Teil dieser Personengruppe. Sicher muss der Lynchjustiz entgegengewirkt werden. Das ist kein Mittel einer zivilisierten Gesellschaft! Aber es muss auch die Frage erlaubt sein, wie viel Zivilisation und Toleranz von einer Gesellschaft abverlangt werden darf? Wem ist es zu verdenken, dass er nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Sexualstraftäter oder Mörder leben möchte, den ein Richter für unfähig befand in dieser Gesellschaft ohne weitere Straftaten zu begehen, zu leben. Wie zivilisiert handelt der europäische Gerichtshof, wenn er 90 Strafgefangene dazu zwingt, in einer Freiheit zu leben, in die sie unintegrierbar sind, in der sie eventuell dazu verführt werden, wieder eine Straftat gegen die Menschenrechte anderer zu begehen und in der sie 24 Stunden „bewacht“ werden. Wie zivilisiert will der europäische Gerichtshof argumentieren, wenn einer der Sexualstraftäter ein Kind, weil es ihm dummerweise über den Weg läuft, sexueller Gewalt mit Todesfolge ausgesetzt wird. Den Täter wird ja keine Schuld treffen, weil der es ja bereits schriftlich (Sicherheitsverwahrung) hat, dass er nicht gesellschaftsfähig ist. Was kann er also dann dafür, wenn man das beim Europäischen Gerichtshof aus juristischen Gründen anders sieht. Zugegeben, dass war zynisch. Aber wie soll man rational-ethisch verstehen, was der Europäische Gerichtshof entschieden hat, beziehungsweise die Bundesregierung nun eilig umsetzt? (BKS, September 2010)

 

 

Erfurt, Emsdetten und nun Winnenden - Gewalttaten, die keiner versteht ?

 

Wieder ist es passiert. Nach Erfurt und Emsdetten nun in Winnenden. Deutschland ist erschüttert über eine Tat, die niemand nachvollziehen kann. Ausgeführt von einem Jugendlichen, der in irgendeiner Form Rache nehmen wollte – höchstwahrscheinlich. Der vielleicht Probleme hatte, die er in einer solchen Tat gelöst sah. Oder, der möglicherweise an seiner gefühlten Bedeutungslosigkeit zu zerbrechen drohte und sich mit einer solchen Tat ein Denkmal setzen wollte. Über das Motiv von Tim K. 15 Menschen zu töten werden wahrscheinlich immer ein paar Fragen offen bleiben müssen, denn selbst wenn er uns noch hätte Begründungen liefern können, wären wir vielleicht sprachlos angesichts der banalen Anlässe, der Empathiefreiheit und des „Ver-Rückt-Seins“, die/das junge Menschen dazu treibt, solche Taten auszuführen. Somit kann die Ergründung der Motive aller Amokläufer der vergangenen Jahre nicht lückenlos erfolgen. Was bleibt uns, solche Taten zu verstehen? Oder, anders gefragt, was haben wir von den Tätern bisher gelernt? Was haben wir getan, solche Taten zu verhindern? Waffen kann man bis heute im Netz oder auf der Straße kaufen. Auch, wie man Bomben bastelt kann man im Internet, schnell und einfach erklärt, erlernen. Niemand braucht einen Vater, der Waffen besitzt. Deshalb ist es auch unsinnig die Gesetze zu verschärfen. Hätte Tim K. nicht die Waffe seines Vaters genommen, hätte er sich leicht eine woanders besorgen können. So haben ja auch die Amokläufer der vergangenen Jahre keine Probleme gehabt, sich Waffen und Munition in ausreichender Menge zu beschaffen. Ebenso kommt jeder Jugendlicher heute an alle „Ballerspiele“, egal ab welchem Alter sie erlaubt sind. Interessanterweise spielten alle Amokläufer solche Ballerspiele, die grundsätzlich belohnen, wenn man tötet. Je besser und schneller man tötet, um so mehr Belohnung winkt. Die Wirkung solcher Spiele muss nicht zwangsläufig im Amoklauf enden, scheint aber keine unwesentliche Rolle zu spielen, wenn ein paar andere ungünstige Faktoren zusammen kommen. Der Umgang mit Gewalt ist eventuell grundsätzlich ein bisher etwas vernachlässigter Themenkomplex. Eine Gesellschaft, die ihren Nachwuchs „von Geburt an“ mit Gewalt konfrontiert, bringt eventuell einfach auch ein paar hervor, die mit diesem Überangebot nicht klarkommen. Das beginnt bereits im Kindesalter mit dem so genannten Kinderprogramm, bei dem es längst nicht mehr um „Pippi Langstrumpf“ oder die Welt von „Michel aus Lönneberger“ geht. Manche Trickfilme für das moderne Kind lassen selbst erwachsene Zuschauer erstaunen, angesichts der spielerisch vermittelten Gewalt, die so ins Kinderzimmer schwappt. Wenig später geht es per Bluetooth auf dem Schulhof weiter, wenn von einem zum anderen Handy die „Schläger-Videos“ verteilt werden oder man aus dem Internet gezogene Tötungsacts an seine Freunde verteilt. Noch im Grundschulalter machen viele mit den so genannten Spielkonsolen erste Erfahrungen und sind wenig später auch im Netz. Das Angebot, was dann via Internet ins Jugendzimmer strahlt, lässt keine Wünsche offen – für den der sucht. Jugendliche jeder Generation waren frustriert, fühlten sich bedeutungslos und schlecht behandelt. Jugendliche jeder Generation hassten Mitschüler, Lehrer oder auch ihre Eltern. Jedoch, keine Generation Jugendlicher je zuvor lief deshalb Amok. Nun schon: 1999, Bad Reichenhall: Ein Jugendlicher erschießt vor seinem Elternhaus mehrere Passanten, bis er sich schließlich selbst richtete. 2002: Ein 22-Jähriger erschießt in seiner Firma zwei Kollegen, fährt danach in seine ehemalige Schule und erschießt seinen ehemaligen Schulleiter. Im gleichen Jahr erschießt Robert S. 17 Menschen in Erfurt. 2006, Emsdetten: 37 Personen werden von Sebastian B. an der Realschule verletzt, bevor sich dieser selbst erschießt. Dazwischen liegen noch Taten wie die in Wetter 2006: Ein 18-Jähriger tötet eine 15-Jährige, weil diese seine Zuneigung nicht erwidert. Oder, zwei Jugendliche richten bestialisch ein Ehepaar aus Ostdeutschland. Alle vorgenannten Täter waren männlich, jung und spielten entweder Ballerspiele/Rollenspiele oder waren eifrige Nutzer des Internets. Die meisten (so weit von mir selbst recherchiert) waren Außenseiter/Eigenbrötler, fühlten sich unverstanden/ungerecht behandelt/ausgeschlossen/unterbewertet. Die meisten lebten nicht nur in unserer Welt, sondern vor allen Dingen in ihrer, von ihnen selbst geschaffenen Welt, in der sie „groß und mächtig“ waren. Selbstbewusstsein war bei keinem der Täter ausgeprägt vorhanden. Ich arbeite schon lange mit Kindern zum Thema Internet, wenn auch vor allen Dingen im Bereich „sexuelle Gewalt“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Konsum von Fernsehen, Internet und Gewalt-Spielen bei vielen, weit mehr als denen, die Amok laufen - Spuren hinterlassen. Spuren, die sie ihr Leben lang begleiten und sich möglicherweise auch erst in viel späterem Handeln ausdrücken können. Es wäre sicher sinnvoll, wenn diese furchtbare Tat des Tim K. in sofern positiv wirken könnte, dass endlich darüber nachgedacht wird, wie man die Masse von „Sex and Crime“ im Kinderzimmern aus selbigem wieder entfernt. Die jetzt viel gestellte „Warum-Frage“ werden wir nie lückenlos beantworten können. Schuldzuweisungen an die Eltern, die Verschärfung der Waffengesetze...? Ich fürchte, das wird uns nicht weit bringen. Tim K. und die anderen Killer-Kinder stellen nur die Spitze des Eisberges dar. Das sind die, die uns mit ihren Taten so schockieren, dass wir sprachlos sind. Wer mit Kindern zu diesem Themenkomplex arbeitet ist schon seit Jahren sprachlos, über die Entwicklung, die ganz viele nehmen! Davon habe ich in den vergangenen Tagen so gar nichts gehört... Sie ? (BKS, März 2009)

 

Der Fall Jörg Tauss

 

Jörg Tauss, seines Zeichens Abgeordneter im deutschen Bundestag und selbsterklärter Fachmann in Sachen "Kampf gegen die Kinderpornografie" ist bei Fachleuten nicht nur nicht unbedingt bekannt, sondern auch teilweise nicht sehr beliebt. Erst vor Jahren diese Geschichte bei Compuserve, wo er sich - so weit bekannt - gegen die Verurteilung des Providers aussprach, obwohl auf dessen Server massenhaft Kinderpornografie hinterlegt gewesen sein soll... Dann nimmt man den Fachmann Tauss wider Erwarten wahr, als es um die Onlinedurchsuchungen geht, die für das Arbeitsfeld "Gegen Kinderpornografie" doch für sinnvoll erachtet werden müssten. So nicht Tauss, der auf die Rechte von freien Bürgern pocht, auch wenn ihm klar sein müsste, so als Fachmann, dass die Rechte freier Bürger dort ihr Ende finden sollten, wo Kinder zu Schaden kommen. Nun diese unsägliche Recherche des Jörg Tauss, um zu beweisen, dass sich der Kinderpornomarkt aus dem Internet auf andere Medien verlagert hätte. Sicher nutzen die vom Fachmann als "die Szene" bezeichneten Gruppierungen auch MMS, Telefon-Chats etc. um ihre Geschäfte zu machen. Das Hauptgeschäft wird jedoch nach wie vor im und über das Internet gemacht - und das täglich zigtausend Mal! Ich recherchiere nun bald zehn Jahre... die An- und Einsichten des Fachmanns Tauss stimmen mich doch sehr nachdenklich... (BKS, März 2009)

 

 

Access Blocking

 

Sicher wird Access Blocking nicht zur Wunderwaffe gegen den weltweiten Handel von Kinderpornografie. Dennoch stellt der nun beschlossene Einsatz dieses Systems zumindest einen Anfang im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern dar. Ein Anfang, dem noch viele Maßnahmen folgen müssen! Dass die Web-Wirtschaft sich gegen solche Filtersysteme und Maßnahmen ausspricht, ist klar. Wenn sich einer in den vergangenen Jahren wirklich damit profiliert hat, nichts zu tun gegen die sexuelle Gewalt gegen Kinder etc., dann war das die Web-Wirtschaft! Hier wäre ebenfalls noch viel zu tun - apropos "Kindersicheres Internet...", oder? (BKS, März 2009)

 

 

NetKids - Stellungnahme in eigener Sache

 

Ich möchte mich ausdrücklich von der Berichterstattung eines deutschen Fernsehsenders über meine Arbeit distanzieren, indem ich in der Hauptsache als "im Internet Pädos jagende Mama" dargestellt wurde, die ausschließlich im Internet Menschen mit pädophilen Neigungen jagd, um diese an die Polizei zu melden. Diese Darstellung entspricht nicht der Wahrheit ! Vielmehr ist es richtig, dass ich seit dem Jahr 2000 im Internet in den Bereichen Pädophilen-Szene/Sexuelle Gewalt gegen Kinder intensiv recherchiere und in diesem Zusammenhang auch schon mal einen Täter angezeigt habe. Meine Recherchen dienen, anders als dargestellt, dem alleinigen Zweck, "immer auf dem neuesten Stand zu sein", um seriös arbeiten zu können und beispielsweise bei öffentlichen Veranstaltungen demonstrieren zu können, wie "schnell ein Kind im Chat-Geschehen Opfer sexueller Übergriffe im Internet" werden kann. Seit dem Jahr 2001 steht die Präventionsarbeit mit Erziehenden und Kindern zum gesamten Themenkomplex im Vordergrund meiner Tätigkeit (siehe auch Prävention). Meine Zusammenarbeit mit der Polizei ist unterschiedlich. Sie reicht von der Ausbildung von Polizeibeamten bis hin zur Zusammenarbeit in Sachen Präventionsarbeit "vor Ort". Eher selten geht es um eine aktive Zusammenarbeit im Zusammenhang mit Täterverfolgung o.ä.. (BKS, Februar 2008)

 

 

Bitte haben Sie Geduld - wir bitten um Verständnis...

 

Wir bitten um Verständnis, wenn Anfragen/Bestellungen zu/von Präventionsfilmen, Lehrgängen, Elternabenden usw. manchmal nicht zeitnah beantwortet werden können. Wir sind personell dürftig ausgestattet und schaffen es manchmal einfach nicht schneller... (BKS, Februar 2008)

 

 

Kinderbilder gehören nicht ins Internet

 

In den vergangenen Monaten wurden wir sehr oft von Eltern angeschrieben, die wissen wollten, ob sich ihr Nachwuchs bedenkenlos auf einer Schul- oder Privathomepage bildlich präsentieren sollte. Da die meisten eingestellten Bilder leicht zu kopieren sind, man nie weiß, wer sich welche Bilder ansieht und evtl. zu welchem Zweck kopiert, man einmal im Internet eingestelltes Material nie wieder wirklich gelöscht bekommt, meinen wir : Kinderbilder gehören nicht ins Internet ! (BKS, Februar 2008)

 

 

Pädophilen-Foren nicht mehr erreichbar

 

Zwei der größten Pädophilen-Foren (Namen der Red. bekannt, aber wir wollen ja keine Werbung machen) sind nicht mehr erreichbar – und das scheinbar für längere Zeit... Leider sind noch ausreichend viele Seiten dieser Art im Internet hinterlegt. (BKS, Februar 2008)

 

 

Cyberzwerge – Verfahren wg. sexuellen Missbrauchs eingestellt 

Das Verfahren gegen den Betreiber der Kinderseite Cyberzwerge wurde Ende des vergangenen Jahres eingestellt. Nach allen uns vorliegenden Informationen aus Kreisen des Opfers und anderen mit den Cyberzwergen in der Vergangenheit verbundenen Personenkreisen oder auch eigenen Erfahrungen mit dem Chatbetreiber und im Chatangebot selbst kann man auch heute nicht dazu raten,  Kinder auf dieses Angebot für Kinder zu schicken. Selbst wenn der Betreiber heute darauf hinweist, dass beispielsweise bestimmte Bilder von Kindern von der Seite gelöscht wurden (Bikinibilder, Badebilder à Anno 2005 etc.) ist es sicher nicht falsch danach zu fragen, warum ein Betreiber eines Kinderangebots vehement um den Verbleib dieser Bilder auf seiner Seite kämpfte (Die Bilder wurden übrigens nicht auf Hinweis von  Jugendschutz.net von der Seite entfernt, sondern kurz nach einem Telefonat mit dem Betreiber und einem Helfer aus dem „A-Team“ mit NetKids / 2005). Gefragt werden muss auch, warum es Kinder (heute Jugendliche und Erwachsene) gibt, die aus ihrer Zeit bei den Cyberzwergen unabhängig voneinander berichten, dass der Betreiber auf seinem Portal als Oberzwerg herrscht, „wie ein Sekten-Guru“. Auch fraglich ist das Betreiben einer Kummer-Nummer, bei der sich dann schon mal der gerade aus der Badewanne entstiegene Betreiber meldet (O-Ton des Betreibers bei einem Telefonat mit einem fiktiven Kind), der zudem unserer Kenntnis nach, nicht mal einen Kurs für Mitarbeiter von Sorgentelefonen besucht hat --- apropos fachliche Kompetenz: Wäre es nicht einmal nützlich, die o.g. Kinderangebote u.a. zum Anlass zu nehmen, einmal zu überdenken ob das Betreiben von Kinderangeboten im Netz ausschließlich nach den Vorgaben/Richtlinien aus dem Bereich Jugendhilfe „im richtigen Leben“ erlaubt wird (Qualifikation, Zielrichtung, Nachweis medienpädagogischer Sachkenntnis, Sicherheitsverpflichtungen) ? Wer heute in unserem Land eine Kindertagesstätte betreiben will oder als anerkannte Tagesmutter arbeiten möchte, muss Auflagen erfüllen. Wer heute einen Kinderchat aufmacht, muss nicht einmal ein polizeiliches Führungszeugnis irgendwo vorlegen oder sich einer Jugendhilfe-Organisation zuordnen o.ä. (BKS, Februar 2008)

 

Neuer Betreiber für LizzyNet – Bundesministerium steigt aus !

 

Die Mädchenseite „Lizzynet“ wird seit Anfang des Jahres 2008 nicht mehr von "Schule ans Netz e.V." betrieben. Da das Ministerium das Projekt nicht mehr länger förderte, gründete der Verlag M. Dumont Schauberg (Kölner Stadtanzeiger, Kölner Express u.v.m.) die Lizzynet GmbH & Co. KG und übernahm das einst mit hohen pädagogischen Zielen angetretene Projekt. Ein erneuter Test (01/08) ergab, dass die Seite bis heute nicht den selbst auferlegten  Zielen für ein sicheres Mädchenangebot entspricht. Die als sicher gepriesene Handy-Verifikation ist zwar schon mal eine Hürde - aber wer diese überwunden hat (ohne Probleme und im Zweifelsfall auch nicht nachvollziehbar) findet dort den gleichen, medienpädagogisch betrachtet, völlig indiskutablen Inhalt wie eh und je (... angefangen bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und endend bei den eingestellten HP’s und deren Inhalten). Da man scheinbar den Personalbestand teilweise übernommen hat, würde es ja auch verwundern, wenn sich inhaltlich was geändert hätte. Aus diesem Grund und weil Schulen diese Seite bis heute als sichere Jugendplattform empfehlen, steht Lizzynet natürlich weiterhin auf dem "NetKids-Index". weitere Informationen

 

 

Familienministerin von der Leyen auf Abwegen ?

 

Welch' eine Posse ... Till Eulenspiegel hätte es nicht besser machen können. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man herzlich lachen...aber, nicht über das Ansinnen der Ministerin, sondern über die Reaktionen auf Ihren Vorschlag Jugendliche als "Testkäufer" in Sachen Alkohol, Tabak oder in Videotheken einzusetzen. Nur wer keine Ahnung von der Materie hat, kann von der Leyen für ihren Vorstoß rügen. Täglich laden sich Kinder und Jugendliche Sex aus dem Internet, werden via Netz sexuell missbraucht, missbrauchen selbst, konsumieren Gewalt und fertigen sog. "Happy-Slapping-Videos" an, die sie dann über Handys und Internet verbreiten ... Jugendschutz, nein Danke! Die Selbstverpflichtung der Anbieter soll es richten. Zudem wird an die Eigenverantwortlichkeit von Eltern appeliert, die jedoch meist ahnungslos sind. Man sollte über den Vorschlag der Ministerin sehr gut nachdenken, denn 1. zeigt er, dass alle bisherigen Maßnahmen der Selbstverpflichtung nicht sehr gefruchtet zu haben scheinen und 2. muss man sich fragen, wie man den Nachweis erbringen will, dass Videotheken leider immernoch die falschen Filme an die falsche Klientel abgeben oder der Laden nebenan den Alkohol über den Tresen reicht - an Kinder!  Wir haben 21 Täter aus dem Netz gestellt, die Kinder sexuell bei Treffen missbrauchen wollten! Wie das gelang? Wir stellten 21 Mal eine zum Kind zurechtgemachte Schauspielerin an die Straße, die die Täter für das echte "Objekt ihrer Begierde" hielten. Und, trotz dieser zahlreichen Beweise, die wir in den vergangenen Jahren zusammengetragen haben, gibt es immer noch ausreichend viele Menschen, inkl. Experten, die "das alles für harmlos halten". Sicher muss man über die Ausführung des Vorschlags von Frau von der Leyen nachdenken. Aber sie dafür zu rügen zeigt lediglich, dass die Realität bei den meisten Entscheidungsträgern noch nicht angekommen zu sein scheint. (BKS, Oktober 2007)

 

 

Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs gegen bekannten Kinderchatbeitreiber "Cyberzwerge" (e.V.)

 

Gegen die Betreiber des von "jugendschutz.net" als sicher ausgewiesenen und von der Deutschen Telekom gesponserten Kinderchat-Angebots "Cyberzwerge.de" wird von der Staatsanwaltschaft Stuttgart seit dem 03.07.2007 (AZ:24 JS 54708/07) wegen Kindesmissbrauchs ermittelt. Schon seit mehreren Jahren fiel dieses Kinderchat-Angebot im Internet negativ auf (siehe auch NetKids-Index) : Dort wurden u.a. Beratungen für Kinder in problematischen Lebenslagen angeboten, ohne dass entsprechendes Fachpersonal nachgewiesen werden konnte. Des weiteren fanden sich auf der Kinderseite u.a. jahrelang auffallend viele (zeitweise mehrere tausend) Bilder von Kindern, teils auch in aufreizenden Posen, die von den Chatbetreibern selbst so eingestellt worden waren.  Sowohl Jugendschutz.net (seit 2005) als auch die Deutsche Telekom waren über die Anzeige- und das Ermittlungsgeschehen frühzeitig (2006) informiert worden - ohne Konsequenzen für die Betreiber der Kinderseite. Noch im Januar 2007 empfiehlt Jugendschutz.net (Interview Schindler, 18.01.2007/KSTA) dieses Chatangebot als "sichere Alternative zum Chatten für Kinder". Bis heute führt Jugendschutz.net diesen Kinderchat als "sicheres Angebot" auf, was auf der Startseite des Cyberzwerge-Chats mit einem entsprechenden Siegel dokumentiert wird. Bis heute sponsert die Deutsche Telekom weiterhin das fragwürdige Angebot... (BKS)

 

 

Risiko "Chatroom"

 

Anfang Mai 2007 wurden in Hamburg zwei 15-jährige Jungen festgenommen, die zwei Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren vergewaltigt haben sollen. Die Jungen hatten die Mädchen in einem Chatroom kennengelernt und sich mit ihnen verabredet. Beim Treffen sollen die Jungen sofort zudringlich geworden sein und die beiden Mädchen gezwungen heben, sie in eine Wohnung zu begleiten, in der sie die Mädchen dann vergewaltigt haben sollen. Die Ermittlungen dauern an. (BKS)

 

 

Initiative NetKids"

 

Aus NetKids e.V. wurde zu Jahresbeginn 2007 wieder die "Initiative NetKids". Da sich die Erwartungen im Hinblick auf den Vereinsstatus nicht erfüllt haben, werden die bisherigen Aktivitäten zwar in alter Form weitergeführt, der Verein NetKids allerdings aufgelöst. Vielen Dank an die wenigen Menschen, die unsere Arbeit unterstützen !

 

 

IServ an Schulen

 

Liebe Erziehungsberechtigte, bitte prüfen Sie genau, was Sie unterschreiben bzw. was Sie von der Schule Ihrer Kinder in Sachen IServ mitgeteilt bekommen. Schulen richten über sog. "IServ-E-Mail-Accounts" für Ihre Schüler ein, mit denen diese weltweit kommunzieren können. Dieser Internetname wird mit dem Vor- und Zunamen sowie mit der jeweiligen Schulkennung versehen (!). Kein Problem also, diese doch sehr offene E-mail-Adresse irgendwo zu hinterlassen und schnell gefunden zu werden. Zudem erhalten die Kinder so vielfach die Möglichkeit, eine eigene Homepage ins Netz zu stellen. Wer hierzu die Inhalte kontrolliert, ist offen. Klar ist aber, dass diese Homepage öffentlich im Internet zu sehen ist und ein gültiges Impressum (!) enthalten muss. In einem gültigen Impressum muss der Name und die Adresse des Homepage-Inhabers preisgegeben werden. Im Intranet der jeweiligen Schule können Kinder kommunizieren. Teilweise fragen die Schulen bei den Eltern nach einer Erlaubnis, die es den Kindern ermöglicht, auch die Adresse oder Telefonnummer schulintern zu veröffentlichten. Dieses Angebot ist nicht nur medienpädagogisch problematisch, sondern hier ist der Datenschutz nicht gewährleistet. Wer sichert das System und die Kinder gegen Missbräuche und fremde Zugriffe ab ? Wenn ein Oberstufenschüler vom Gymnasium ein Mädchen von der Realschule am gleichen Ort toll findet, kann er so mal schnell einen Realschulkumpel fragen und bekommt flugs Adresse und Telefonnummer des Mädchens geliefert. Grundsätzlich können Kinder mit ihrem Account (E-Mail-Adresse) auch von zu Hause auf den Schulserver zugreifen - so weit eine harmlose Variante. Zudem fragen manche Schulen bei Eltern um Erlaubnis, ob Fotos der Kinder im Netz veröffentlicht werden dürfen.

 

 

Bröschüre ist wieder erhältlich !

 

Die Broschüre "Kinder im Internet - Gefahren, die keiner kennt - Tatort Chatraum" ist wieder erhältlich - über die Büros des Kölner Stadtanzeigers, bei Informationsveranstaltungen von Beate Krafft-Schöning oder gegen eine Versandkostenpauschale in Höhe von Euro 5,00 - zur Bestellung

 

 

Mord an Gymnasiastin

 

Nach jüngsten Meldungen soll es sich bei dem Mörder des 15 Jahre alten Mädchens aus Wetter um einen 19 Jahre alten "Chatfreund" handeln. Die Gymnasiastin unterhielt eine eigene Homepage, auf der sie sämtliche Informationen über ihre Person veröffentlicht hatte. Sie chattet über unterschiedliche Anbieter und nutzte u.a. den Messenger von ICQ - wie viele andere Mädchen und Jungen in Deutschland auch. Wir hoffen sehr, dass Entscheidungsträger sowie Eltern und Lehrer diesen traurigen Anlass (endlich) dazu nutzen, über den Internetgebrauch durch Kinder und Jugendliche, insbesondere den Gebrauch und "Nutzen" der Chats kritischer nachzudenken als bisher.

 

 

Schülerin befreit

 

Eine 14-Jährige aus der Schweiz wurde kürzlich wohlbehalten aus den Händen ihres 58 Jahre alten "Chatfreundes" in Südfrankreich befreit. Seit 2003 chatteten das Mädchen und ihr "Freund" regelmäßig. Nach einer außergewöhnlich langen Anbahnungsphase und Schaffung einer Vertrauensebene machte er ihr den Vorschlag, sich doch mal zu treffen und ihn zu besuchen. Er holte sie in der Schweiz ab und nahm sie mit nach Frankreich. Einzelheiten sind bisher nicht bekannt. Ob es zu sexuellen Übergriffen kam, ist bisher unklar. Ungewöhnlich ist die Verbringung des Opfers in ein Nachbarland und die lange Aufenthaltsdauer des Kindes in den Händen des mutmaßlichen Täters. Nicht ungewöhnlich ist, dass Kinder im Internet "Freunde" machen, Vertrauen haben und sich dann nicht selten treffen oder zu dem "Chatfreund" ins Auto steigen. Es sind viele Fälle bekannt, bei denen die Kinder noch jünger waren.

 

 

V O R S I C H T    T R I T T B R E T T F A H R E R  !

 

Wir möchten darauf hinweisen, dass sich Personen im Internet auf unterschiedlichen Foren (beispielsweise im WDR-Chat) und auch in Mails an Dritte auf NetKids bzw. auf die Inhalte unserer Homepage beziehen. Es wird der Anschein erweckt, als sei man Mitglied/Mitarbeiter von NetKids. Wir kennen diese Personen nicht und distanzieren uns von deren Aktionen. Es muss davon ausgegangen werden, dass hier massiv versucht wird, dem Namen und dem Ansehen von NetKids zu schaden. Deshalb haben wir die uns bekannt gewordenen Mails und Foreneinträge den Ermittlunsgbehörden übergeben. NetKids hat ehrenamtliche Mitarbeiter, die seit sechs Jahren persönlich bekannt sind. Keine dieser Personen unterhält eine Homepage, schreibt in Chat- oder anderen Foren mit Bezug auf NetKids oder unsere Homepage www.kindersindtabu.de, bzw. zum Themenkomplex der sexuellen Gewalt im Internet. Wir danken den Hinweisgebern und sind für jede weitere Meldung solcher Mails und Foreneinträge dankbar.

 

 

Bravo.de schließt sämtliche Chats

 

"Hallo lieber BRAVO.de -User - und ganz besonders : 

Hallo lieber Chat-Nutzer auf BRAVO.de ! Für dich haben wir heute eine traurige Nachricht. Am Montag den 12. Juni 2006 wird der komplette BRAVO.de-Chat auf unbestimmte Zeit abgeschaltet (verfasst am 09.06.2006, Quelle bravo.de)."

 

Mit dieser Meldung überraschten die BRAVO-Verantwortlichen - in ganzer Stille - ihre "Fan-Gemeinde" anfang dieser Woche. Nachdem Provider wie Yahoo (Teenchat) oder auch AOL (Jugendchats Harry Potter und Britney Spears) bereits im vergangenen Jahr bemerkten, dass ihre Jugendchatangebote mehr oder weiniger zu "Kontakthöfen" verkommen waren und diese aus dem Angebot nahmen, scheint man nun endlich auch bei Bravo.de zu der Einsicht gelangt zu sein, dass man doch irgendwie "ein Problem" hat. Es hat lange gedauert... Noch bis vor gar nicht langer Zeit verkannten die Verantwortlichen öffentlich in einem Interview mit der Westdeutschen Zeitung die Lage bzw. leugneten auch nur das geringste Problem, mit sexueller "Anmache" in ihren Chats zu haben. Mit der jetzt erfolgten Schließung des Bravo-Chatangebots ist der dritte gelistete Kinder- und Jugendchat unserer Negativ-Liste (siehe Kontakt/Links) vom Netz genommen worden. Wir freuen uns. Wir werden uns auch weiterhin bemühen, unseren NetKidsIndex zu pflegen, zu erweitern und die gelisteten Angebote für öffentliche Veranstaltungen zu Demonstrationszwecken zu nutzen. +++ Anmerkung : zu früh gefreut : seit August 2007 wieder online +++ 

 

 

Schockierende Daten

Bereits im Jahr 2001 wurde durch eine kanadische Studie nachgewiesen, dass sich 97 Prozent aller pädosexuell veranlagten Täter (Kanada) des Internets bedienen, um Kontakt zu Kindern aufzunehmen. Eine britische Studie belegt für den Zeitraum 1988 bis 2003 einen Anstieg des Angebots von Kinderpornografie auf britischen Websites von sagenhaften 1500 Prozent. Zwischen 70 und 79 Prozent der Eltern weltweit wissen nichts von dem, was ihren Kindern im Netz so begegnet. Diese wenigen Daten, die zu diesem Themenkomplex weltweit erhoben wurden, sind auf Deutschland 1:1 übertragbar. Die meisten Eltern ahnen nicht einmal, dass die "Chatfreunde" ihrer Kinder häufig Erwachsene sind, die aus "ganz bestimmten Gründen" das Gespräch suchen. Von zehn neuen "Chatfreunden" versuchen fünf bis sieben Kinder und Jugendliche in "sexueller Weise" anzusprechen.

 

Chats in Schulen / Internetunterricht

Viele Schulen ermöglichen ihren Schülern den Zugang zu Chaträumen. Zur eigenen Sicherheit – rein rechtlich betrachtet – wäre es ratsam, neben einem Nutzungsvertrag zwischen Schülern und Schule, auch eine Elternerlaubnis einzuholen. Eltern haben nicht nur das Recht zu wissen, dass ihre Kinder in der Schule im Netz frei chatten können. Vielmehr ist es so möglich, die Verantwortung u.a. für die Aufklärung zu möglichen Gefahren auf mehrere Schultern zu verteilen. Für die Schule ist in jedem Fall zu prüfen, inwieweit sie nach dem Jugendschutzgesetz eine Aufklärungs- bzw. Kontrollpflicht hat. Schulen sind heute gefordert, das neue Medium im Unterricht zu vermitteln. Zum einen sollten sich Schulen jedoch überlegen, ab welchem Alter es wirklich sinnvoll ist, Kinder "ans Netz" heranzuführen. Zum anderen sollten Schulen in jedem Fall vor Beginn des Internet-Unterrichts eine Eltern- und Schülerinfo, die auch über die möglichen Gefahren im Umgang mit dem Netz aufklärt, durchführen. Außerdem ist es auch für den normalen Unterricht ratsam, sich eine Elternerlaubnis einzuholen. Kein Lehrer kann mehrere Schüler gleichzeitig kontrollieren. Wird im Zusammenhang mit dem Schulunterricht beispielsweise dann doch einmal jugendgefährdendes Material aus dem Netz geladen, haftet die Schule im vollen Umfang.

 

Fragebögen

Achtung! Seit geraumer Zeit kursieren im Internet Fragebögen, die Kinder und Jugendliche beantworten und an Absender und weitere Personen versenden sollen. Diese Fragebögen sind sehr ausführlich gestaltet. Kinder und Jugendliche sollen bis zu 70 Fragen zu ihrer Person, Adresse, Schule, Hobbys, Freunden etc. beantworten. Im Anschreiben zu diesem Fragebogen werden die Kinder o. Jugendlichen oft eindringlich darum gebeten, diesen Fragebogen auf jeden Fall weiter zu versenden. Kinder und Jugendliche sollten diesen Fragebogen nicht ausfüllen und schon gar nicht versenden. Einmal davon abgesehen, dass ein ausgefülltes Formular zu Werbezwecken missbraucht werden kann und sich so der Postkasten unnötig füllt, ist eben auch der Missbrauch des sexuell interessierten Internet-Klientel absolut wahrscheinlich.